Aquarien-Tipps.de wird unterstützt durch Affiliate-Links (durch einen * gekennzeichnet). Möchtest du mich direkt unterstützen? Kaufst du über meinen Amazon-Link* ein, erhalte ich eine kleine Provision.
Wie du dein Aquarium animpfen kannst

Wie du dein Aquarium animpfen kannst

Die Einfahrphase in einem Aquarium erfordert viel Geduld. Deshalb suchen viele nach einer guten Möglichkeit, mit der sie ihr Aquarium animpfen können und finden dabei im Internet verschiedenste Möglichkeiten. Aber nicht alles ist gleich eine gute Idee. Deshalb möchte ich in diesem Beitrag auf verschiedene Varianten eingehen und die Vor- und Nachteile detailliert erklären.

5 Methoden mit denen du dein Aquarium animpfen kannst – und was ich von diesen halte

Leider gehen gerade Einsteiger suboptimalen Varianten des Einfahrens ins Netzt. Deshalb ist mir dieser Beitrag auch besonders wichtig. Ich fasse im folgenden vier Varianten zusammen, wie du dein Aquarium animpfen kannst. Dabei gehe ich natürlich darauf ein, ob diese sinnvoll sind oder nicht.

Filterbakterien eignen sich bei richtiger Anwendung sehr gut

Meiner Meinung nach sind Filterbakterien die beste Möglichkeit, wenn du dein Aquarium animpfen möchtest. Warum? Das ist ganz einfach. Du führst deinem Becken nur das zu, was der Hersteller bewirbt. Das sind meist sehr nützliche Baktierienkulturen.

Hierfür gibt es natürlich verschiedenste Produkte auf dem Markt. Einige davon sind nur für das Aufsetzen eines Beckens gedacht. Wieder andere helfen auch bei der längerfristigen Pflege. Im folgenden gehe ich auf die zwei Varianten ein, die ich bisher selbst verwendet habe.

MICROBE-LIFT Special Blend + Nite-Out II

Die Kombination dieser beiden Produkte ist für zwei Aspekte gedacht: Das Animpfen deines Aquariums und die langfristige Versorgung mit guten und hochwertigen Bakterienkulturen. Ich verwendete beide Produkte in meinem Cave in the Hill Aquascape und hatte damit gute Ergebnisse erzielt. Die Kombination hat natürlich ihre eigenen Vor- und Nachteile, welche ich euch nicht vorenthalten möchte.

MICROBE-LIFT Special Blend
-

Zu Amazon*

MICROBE-LIFT Nite-Out II
-

Zu Amazon*

Die Anwendung ist wirklich simpel, alles wird auf der Verpackung perfekt beschrieben. Der Nitritpeak fällt bei der Anwendung deutlich geringer aus und tritt schneller ein, wodurch Fische deutlich schneller ins Becken können. Außerdem stabilisiert eine langfristige Anwendung das Becken wirklich.

Allerdings ist auch hier nicht alles Gold was glänzt. Schließlich ist die Kombination der Produkte relativ teuer. Außerdem stinkt gerade das Special Blend bestialisch. Und das ist wirklich der Grund, weshalb ich im Sommer mit der Anwendung aufhörte. Ich musste es auf dem Balkon lagern, was im Sommer wegen der Temperaturen nicht geht. Im Kühlschrank war das selbst in einer Frischhaltedose nicht möglich, der Geruch war nämlich unerträglich.

Zu Beginn verwirrten mich die beiden Produkte. Doch eigentlich ist der Unterschied recht simpel: Während das Special Blend für die grobe Filterung auf bakterieller Basis zuständig ist, wandeln die Bakterien im Nite-Out-II Ammonium, Ammoniak und Nitrit zuverlässig zu Nitrat um. Somit ist das Special Blend der Anfang und das Nite-Out-II der Abschluss des Stickstoffkreislaufes. Gerade dadurch ergänzen sich diese Produkte ideal.

Dennerle Bacto Elixier Bio

Dennerle Bacto Elixier Bio
-

Zu Amazon*

Der Bakterienstarter von Dennerle ist etwas simpler gehalten. Ein einziges Fläschchen ist für den Start des Aquariums vorgesehen. Dieses Produkt habe ich bereits in vielen Becken verwendet und einige gute Erfahrungen damit gesammelt. Allerdings ist hier die richtige Anwendung essentiell.

Verwenden wir das Produkt nur einmalig, ist der Effekt vernachlässigbar. Das ist auch relativ logisch, denn ohne regelmäßige Fütterung sterben die zugeführten Bakterien ab. Deshalb ist es wichtig, beim Aufsetzen des Aquariums die erste Flasche (Becken zwischen 50 und 200 Liter, darüber und darunter bitte entsprechend skalieren) zu verwenden. Im Anschluss habe ich gute Erfahrungen gemacht, wenn ich das ganze für den ersten Monat alle sieben Tage wiederhole.

Auf diese Weise konnte ich die Einfahrzeiten etwas reduzieren und die Becken liefen direkt etwas stabiler. Insgesamt habe ich immer vier Fläschchen benötigt, was etwas günstiger ist, als die Konkurrenz von MICROBE-LIFT. Allerdings war auch der Effekt weniger stark.

Ein weiterer Hinweiß: Bei der Verwendung dieses Produktes bildet sich meiner Erfahrung nach ein sehr drastischer Bakterienrasen, da viele Kulturen auf einmal zugeführt werden. Das ist nicht schlimm und sieht nur für einige Wochen etwas unansehlich aus. Garnelen lieben diesen übrigens als Futtersuchquelle.

Filtermaterialien aus laufenden Aquarien sind zum Animpfen gut geeignet

Filter und Filtermaterial
By BS Thurner Hof [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Eine weitere Variante für einen Schnellstart des eigenen Aquariums sind Filtermedien bereits laufender Becken. Verwenden wir beispielsweise ein drittel der Filtermaterialien aus einem laufenden Aquarium, so entsteht an diesem kein Schaden. Die Menge an Filtermaterial bringt neben den positiven Bakterien auch einiges an Futter für diese mit, wodurch sie sich in der Regel gut etablieren.

Allerdings sollten wir uns hier auch über die Risiken im Klaren sein. Denn wir bringen nicht nur positives in unser neues, sehr steriles Becken. Unter anderem können auch Algensporen in bestehenden Aquarien in hohen Mengen vorhanden sein. So kann das neue Aquarium unerwünscht zur Algenplage werden.

Dieses Problem hatte ich bisher ein Mal, weshalb ich inzwischen von dieser Variante Abstand genommen habe. Da verwende ich lieber Filterbakterien oder verzichte gänzlich auf das Animpfen, denn es klappt auch ohne!

Allerdings kann ganz klar gesagt werden, dass dies die effektivste Methode ist. Wenn du also dein Aquarium animpfen möchtest und erfahren im Besiegen von Algen bist, dann ist das definitiv der beste Weg. Wenn das Ursprungsbecken keinerlei sichtbare Algen aufweist, würde ich mir hier auch gar keine Sorgen machen.

Futter ins Aquarium geben

Dieser Trick ist altbekannt und trotzdem nicht die beste Idee. Die Logik dahinter klingt zunächst sehr sinnvoll: Möchte ich für Bakterien im Aquarium sorgen, muss ich Abbaustoffe als Nahrung bereitstellen. Deshalb nehmen wir etwas Futter und geben es in das Aquarium.

Das funktioniert auch wunderbar und kann die Einfahrphase wirklich verkürzen. Wenn du allerdings auf diese Weise dein Aquarium animpfen möchtest, dann muss ich hier einige Aspekte ansprechen:

  • Diese Methode ist (richtig ausgeführt) nicht sonderlich effektiv. Zwar kann die Einfahrphase um einige Tage verkürzt werden, die vorherigen Beiden sind allerdings deutlich besser geeignet.
  • Die Futtermenge muss sehr niedrig dosiert werden. Ansonsten vergammelt es im wörtlichen Sinne und so entstehen giftige Fäulnissstellen im Bodengrund. Eine viertel Flocke pro 100 Liter alle drei Tage war bisher ungefähr mein Maß der Dinge.
  • Auch bei einer niedrigen Dosierung steigert diese Variante meiner Erfahrung nach die Wahrscheinlichkeit Cyanobakterien zu bekommen. Diese auch als Blaualgen bekannten Bakterien sind schwer loszuwerden.

Lebendtierbesatz als weitere Variante

Gerade im amerikanischen Bereich ist der sogenannte Fish-In-Cycle sehr beliebt. Bevor ich erkläre, was das bedeutet, möchte ich folgendes sagen: Tut das nicht! Es ist eine wirklich schlechte Idee und grenzt nahezu an Tierquälerei!

Die Idee dahinter ist zwar simpel, aber meiner Meinung nach nicht gut! Wir nehmen einen möglichst widerstandsfähigen Fisch und packen in an Tag 1 in unser Becken. Durch seine Ausscheidungen wird der Stickstoffkreislauf angekurbelt, das Aquarium ist schneller eingefahren.

In der Theorie funktioniert das auch alles super. Allerdings besteht ein großes Problem: Die eingesetzten Tiere können dabei sterben. Und selbst im Falle eines Überlebens kann von langfristigen Schäden an den Fischen, Garnelen und sonstigen Bewohnern ausgegangen werden.

Ich erwähne diese Methode nur, um davor zu warnen. Bitte macht das nicht, es ist wirklich die schlechteste Möglichkeit, wenn du dein Aquarium animpfen möchtest.

Wasser aus einem bereits laufenden Aquarium

Die Idee, Wasser aus einem bestehenden Becken ins Neue zu bringen ist schon sehr alt. Leider ist sie auch nicht sinnvoll. Im Internet wird zwar häufig dazu geraten, es macht allerdings keinen Sinn. Denn die nützlichen Bakterien in unseren Aquarien leben auf Oberflächen. So beispielsweise im Filter, im Bodengrund oder auf unserem Hardscape. Im Wasser sind dagegen sehr wenige enthalten.

Was wir in unserer flüssigen Füllung allerdings haben sind vor allem Keime und Algensporen. Genau deshalb machen wir ja regelmäßige Wasserwechsel. Und diese Schadstoffe würde ich nicht gerne in ein neues Becken einbringen. Zumal sich ein Aquarium in den ersten zwei bis vier Wochen in keiner Weise gegen diese Einflüsse schützen kann.

Mein Fazit: Nimm lieber Leitungswasser. Es hat deutliche Vorteile gegenüber Wasser aus bereits laufenden Aquarien. Ich persönlich würde mein Leitungswasser dennoch untersuchen, so kannst du genau herausfinden, was du in dein Becken gibst. Wie du das machst, habe ich bereits in einem Artikel über die Wasserwerte deines Versorgers geschrieben.

Muss ich mein Aquarium animpfen

Ganz klar und in absoluter Kürze: Nein. Ich habe bisher mindestens 20 Aquarien gestartet und betreut. Höchstens 10 davon habe ich angeimpft. Klar hatte ich bei diesen Vorteile. Aber diese sind nicht weltbewegend.

Wenn du zwei Wochen länger auf das Einsetzen der Tiere warten kannst und mit etwas häufigeren Wasserwechseln zu Beginn klar kommst, dann brauchst du das alles nicht.

Es schadet allerdings auch nicht, weshalb ich die meisten meiner Becken animpfe. Aber eben auch nicht alles. Mein Letztes (Black Rock) habe ich beispielsweise ohne Starter verwendet. Es geht jetzt in die achte Woche, ich habe nur wenige Algen, die Pflanzen gedeihen prächtig und den Tieren geht es gut.

Mein Fazit zur Thematik Aquarium animpfen

Abschließend möchte ich diesen (nicht ganz kurz geratenen) Beitrag noch einmal zusammen fassen:

  • Du musst dein Aquarium nicht animpfen. Definitiv nicht!
  • Wenn du es animpfst, darfst du nicht zu viel Erwarten. In der Regel laufen solche Becken etwas stabiler und sind ein bis zwei Wochen früher bereit für Tiere.
  • Ich persönlich rate lediglich zu Bakterienpräparaten, wie den beiden oben vorgestellten. Diese sind zwar relativ teuer, dafür aber frei von Algen und sonstigen Verunreinigungen.
  • Bitte fahre dein Aquarium nicht mit lebenden Tieren ein, außer du hast einen wirklichen Notfall. Wenn dir beispielsweise dein vorheriges Becken ausgelaufen ist, dann hast du eben wenig Optionen.

Wenn du dein Aquarium animpfen möchtest, dann habe ich allerdings noch einige abschließende Ratschläge: Verwende dennoch einen guten Wassertest und prüfe vor allem den Nitrit- und Ammonium-Gehalt, ehe die ersten Tiere einziehen. Außerdem solltest du die Verpackungen der Hersteller gut lesen, normalerweise sind die Produkte gut durchdacht und für die Beschriebene Anwendung ausgelegt.

Schreibe einen Kommentar

*

Diese Seite verwendet Cookies. Diese helfen bei der Auslieferung der Inhalte. Außerdem kommen statistische Analysen zum Einsatz. Beides hilft mir, Aquarien-Tipps.de für dich weiter zu verbessern. Möchtest du das dennoch nicht, erfährst du in meiner Datenschutzerklärung mehr zu diesem Thema. Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen