Welche Aquariengröße passt zu mir?

Welche Aquariengröße passt zu mir?

Ich hatte bei meinem Einstieg in die Aquaristik Glück: Mein Vater hatte bereits viel Erfahrung und stand mir mit Rat und Tat zur Seite. Okay, er ist in den 90ern zur Meerwasseraquaristik übergegangen. Deshalb sind seine Informationen bezüglich Süßwasser etwas veraltet. Was die Aquariengröße, anstehende Kosten, die Stabilität des Beckens und vieles mehr angeht, hat sein Wissen allerdings nicht an Gültigkeit verloren.

In diesem Beitrag möchte ich genau diese Aufgabe erfüllen. Ich möchte dir erklären, welche Gedanken du dir unbedingt machen solltest, ehe du ein Aquarium anschaffst. Und ich hoffe sehr, dass ich dir damit helfen kann. Denn du merkst sicher auch schnell, dass ein Aquarium Größen ganz unterschiedlicher Dimensionen annehmen kann.

Aquarium Größe: Die wichtigsten Faktoren bei der Wahl

Aber gehen wir ans eingemachte? Über welche Aspekte solltest du dir Gedanken machen? Welche Aquariengröße ist gut für Anfänger? Und worin unterscheiden sich die unterschiedlichen Dimensionen? Mit den nachfolgenden Abschnitten möchte ich auf diese und weitere Fragen die hoffentlich wichtigen und richtigen Antworten liefern.

Ausreichend Platz im Wohnraum

(© ostap25 / Fotolia)

Der Stellplatz ist wohl das offensichtlichste, aber auch eines der wichtigsten Kriterien. Hierbei geht es nicht nur darum, wie viel Platz du in deiner Wohnung hast. Wichtig ist auch, wie deine Familie zu der Anschaffung steht. Außerdem solltest du auch darüber nachdenken, dass eventuell doch noch ein kleines Regal von IKEA Platz haben sollte. Wer kann denn schon wissen, was einmal in der Zukunft kommen wird?

Aber das ist nicht alles: Ich persönlich würde auf mindestens einer Seite des Beckens ungefähr 20 Zentimeter Platz lassen. So hast du genug Raum um auch einmal mit Kabeln zu hantieren. Filter, Heizstäbe, Beleuchtungen, all das kann kaputtgehen. Und dann ist etwas Platz Gold wert.

Die Stromzufuhr ist ein weiterer wichtiger Punkt bei der Wahl des richtigen Ortes. Keine Steckdose in der Nähe? Dann suche lieber nach einem anderen Platz für dein Aquarium. Und selbst dann, wenn es dann eine Aquariengröße kleiner wird.

Die Kosten im Blick

Eines ist ganz klar: Je größer das Aquarium, desto teurer wird es auch. Aber das gilt nicht nur für die Anschaffungskosten. Auch die laufenden Kosten solltest du unbedingt im Blick behalten. Deshalb empfehle ich dir diesen Artikel:

Was kostet ein Aquarium

Dort bespreche ich beide Kostenarten sehr ausführlich und rechne diese auch auf unterschiedliche Beckengrößen herunter. So siehst du schnell, dass ein sehr großes Aquarium viel Geld kosten kann. Ich persönlich habe zwei Aquarien normaler Größe. Das ist sogar noch günstiger als ein Großes.

Aber wie du das machst, ist von deinen ganz persönlichen Finanzen abhängig. Ich möchte dir hier auch nichts ausreden, sondern nur transparent aufzeigen, was auf dich zukommt. Nehmen wir ein Beispiel: Das klassische 54-Liter-Aquarium kostet in der Anschaffung zwischen 245 und 415 Euro. Zusätzlich kommen im Monat höchstens zwölf Euro für den Unterhalt. Bei 450 Litern sieht das schon ganz anders aus. Die Anschaffungskosten beginnen bereits bei über 2000 Euro und monatlich kommen nochmal mindestens 47 Euro dazu.

Allein die jährliche Differenz der laufenden Kosten beläuft sich auf 420 Euro. Diese Ausgabe möchte gut überdacht sein! Und der Unterschied bei den Anschaffungskosten ist auch nicht zu verachten.

Größere Aquarien ermöglichen mehr Tiere

© Franz Pfluegl / Fotolia

Kommen wir zu einem der vielen Punkte, die für ein großes Aquarium sprechen: Die Auswahl der Tiere. Ich habe bereits einen Artikel darüber verfasst, welcher dir zeigt, wie viele Fische im Aquarium leben können und in welcher Größe. Lies ihn dir gut durch. Es ist einer der Wichtigsten meiner gesamten Seite. Bei diesem wird dir auch schnell klar, das für bestimmte Tiere eine wirklich immense Größe an Aquarium vorhanden sein muss!

Für Einsteiger finde ich ein 80-Zentimeter-Becken ideal. Bei dieser Aquariengröße können bereits die meisten kleinen Schwarmfische und sogar einige Blickfänge sind möglich. Aber natürlich kannst du auch mit etwas kleinerem oder größeren beginnen.

Gerade dann, wenn du schon ein gewisses Tier im Auge hast, nehmen wir als Beispiel Skalare, solltest du die Aquariengröße daran orientieren. Ein Skalar kann bis zu 25 cm hoch werden. Außerdem werden die Tiere auch 15 cm lang. Nehmen wir das Prinzip des oben genannten Artikels, brauchen wir also ein Becken mit einer Kantenlänge von (12 x 15 = 180) Zentimetern. Außerdem ist eine Höhe von 50 Zentimetern empfehlenswert. Und schon sind wir bei den Standardbecken bei 180 cm x 50 cm x 50 cm. Das sind besagte 450 Liter.

Stabilität des Beckens

Ein wichtiger Punkt, der gerade zu Beginn häufig unterschätz wird ist die Stabilität des Beckens. Und damit meine ich nicht die physische Stabilität im Sinne des Glases. Vielmehr geht es hier um das biologische Gleichgewicht, welches sich in einem Aquarium aufbauen kann.

Voraus sei gesagt, dass jedes Becken, unabhängig der Aquariengröße, stabil laufen kann. Allerdings verzeihen große Aquarien deutlich mehr Fehler als kleinere. Ein etwas drastisches Beispiel verdeutlicht das ganz gut:

Einer meiner Lieblingsdünger, TNC Complete, empfiehlt eine wöchentliche Dosis von einem Milliliter je 10 Liter Aquarienwasser. Gebe ich nun versehentlich bei einem 50-Liter-Becken einen Milliliter mehr in der Woche dazu, dann ist das eine Differenz von 20 Prozent. Das ist nicht wenig. Bei einem 450 Liter Becken sind es dagegen nur knapp über 2 Prozent und somit vernachlässigbar.

Dazu kommt noch, dass wir größere Filter bei voluminöseren Becken einsetzen können. Das erlaubt zusätzliche Filtermaterialien für die Behandlung von Krankheiten und vieles mehr.

Die Statik des Raumes

Kaum jemand denkt, sein Wohnhaus könne zusammenbrechen. Oder auch nur Schaden nehmen. Aber realistisch betrachtet, sind unsere Becken ab einer gewissen Aquariengröße eine ernste Belastung für den Boden.

Ein Aquarium wiegt gut das 1,5-fache seines Volumens in Kilogramm. Das heißt: Ein 50-Liter-Becken wiegt vollständig eingerichtet 75 kg, bei 450 Litern sind es dagegen 675 kg.

Pflegeaufwand eines Aquariums

Der Pflegeaufwand für Aquarien steigt nicht linear, das erstmal vorweg. Soll heißen, wenn du für dein 50-Liter-Becken in der Woche eine Stunde benötigst, brauchst du für 150-Liter keine drei. Aber Fakt ist: Der Pflegeaufwand steigt mit der Aquariengröße trotzdem an.

Das ist auch einer der Grüne, weshalb ich auf die Frage nach der geeigneten Aquariengröße für Anfänger stets 100 bis 150 Liter empfehle. Der Pflegeaufwand ist moderat und trotzdem ist bereits recht viel möglich. Je nach Erfahrungsgrad sind ungefähr ein bis zwei Stunden ein guter Richtwert für die Pflege eines solchen Aquariums.

 

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