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So wachsen Wasserpflanzen – Estimative Index

So wachsen Wasserpflanzen – Estimative Index

Die richtige Düngung für ein optimales Pflanzenwachstum war lange ein Mysterium. Unterschiedliche Ansätze führten entweder zu Mangelerscheinungen oder Algenproblemen. Dann kam Tom Barr und stellte auf seiner englischsprachigen Website den Estimative Index Ansatz vor. Dieser verspricht eine einfache Vorgehensweise, optimales Wachstum und minimale Algen. Dieser Artikel stellt das Prinzip genau vor. Dabei gebe ich eine Schritt für Schritt Anleitung und erkläre, warum ich davon überzeugt bin.

Das wichtigste in Kürze

Ich bin mir bewusst, dass dieser Text extrem lang ist. Deshalb fasse ich euch hier das wichtigste zusammen. Ich empfehle dennoch, den Text einmal durchzulesen. Das dauert zehn Minuten, gibt aber viele nützliche Informationen.

Benötigt wird:

  • Eine guter NPK-Dünger nach dem Estimative Index Rezept. Gut geeignet ist der Aqua Rebell Estimative Index* Dünger.
  • Handelsüblicher Eisenvolldünger. Diesen gibt es in jedem Zoofachgeschäft. Besonders gut geeignet sind Aqua Rebell Mikro Basic* oder Easy-Life Profito*.
  • Alternativ kann auch TNC Complete* verwendet werden. Dieses Produkt ist praktischer und vereint NPK- und Eisenvolldünger in einem Produkt. Weiter unten erkläre ich dessen Anwendung.

Die Routine:

  • Am ersten Tag jeder Woche findet ein Wasserwechsel von 50 Prozent statt.
  • An den Tagen 1, 3 und 5 wird je 9,2 mg/l Nitrat, 6,5 mg/l Kalium und 1,8 mg/l Phosphat gedüngt. Die Tage 2, 4 und 6 führen je zwei Milliliter Eisenvolldünger auf 40 Liter zu. Das gilt für die ersten beiden Wochen.

Die Anpassung:

  • Ab der dritten Woche reduziert das Estimative Index Prinzip die Dosierungen alle zwei Wochen um zehn Prozent.
  • Treten die ersten Mangelerscheinungen auf, gilt es zur letztgrößeren Dosierung zu gehen. Das ist die richtige Menge.

Der Grundgedanke des Estimative Index

Dieses Düngekonzept basiert auf einem einfachen Grundgedanken: Bei ausreichender Nährstoffversorgung wachsen Pflanzen optimal und unterdrücken dabei Algen. Das gilt nicht nur für den Estimative Index, es ist eher ein Fakt in der Aquaristik. Deshalb setzt dieser Ansatz auf eine gezielte Überdosierung von Düngern. Wöchentliche Teilwasserwechsel verhindern dabei toxische Konzentrationen. Im nächsten Schritt möchte ich euch erstmal erläutern, warum die Wasserwechsel hohe Dosen vermeiden. Dazu ist etwas einfache Mathematik erforderlich. Solltet ihr diese nicht verstehen, ist das aber für das Grundprinzip egal.

Die richtigen Nährstofflösungen

Beim Estimative Index Ansatz ist der Dünger eine zentrale Komponente. Alle Nährstoffe stehen in einem spezifischen Verhältnis zueinander. Diese Relation wurde von Tom Barr entwickelt und hat sich über viele Jahre in unzähligen Becken als sinnvoll erwiesen. Für die Versorgung mit Mikronährstoffen dient ein einfacher Eisenvolldünger. Die Versorgung mit Stickstoff, Phosphor und Kalium kann über eine einzelne NPK-Lösung realisiert werden. Tom Barr selbst empfiehlt eine selbst gemischte Formel. In Deutschland ist das allerdings schwer, denn Kaliumnitrat ist hier stark eingeschränkt erhältlich. Die Tagesdosis sollte dabei folgende Nährstoffe zuführen:

NO34,6 mg/l
K3,25 mg/l
PO40,9 mg/l

Einige kommerzielle Produkte realisieren dieses Verhältnis sehr gut und diese möchte ich euch natürlich später noch vorstellen.

Die Mathematik hinter den Wasserwechseln ist einfach!

Tom Barr schlägt für seinen Estimative Index wöchentliche Wasserwechsel von mindestens 50 Prozent vor. Die Darstellung ist etwas vereinfacht. Die mathematischen Grundprinzipien gelten trotzdem. Ich möchte euch nur schwere Berechnungen ersparen. Wir gehen davon aus, dass wie empfohlen täglich 4,6 mg/l NO3 zugeführt werden (dazu später mehr).

Dementsprechend werden wöchentlich 4,6 mg/l * 7 = 32,2 mg/l zugeführt. Bei einem Wasserwechsel von 50 Prozent kann somit maximal ein Pegel von 64,4 mg/l entstehen. Beim nächsten Wasserwechsel werden 50 Prozent des Nitrats, also 32,2 mg/l entfernt, welche im Verlauf der nächsten Woche erneut zugeführt werden. Das folgende Schaubild zeigt die Nitratdüngung während der ersten 78 Tage, ein Wert über 56 mg/l wird hierbei noch nicht erreicht, er nähert sich allerdings langsam den 64,4 mg/l an.

Wer nun aufmerksam meinen Artikel zum Thema Wasserchemie gelesen hat, wird einwenden, dass alle Werte jenseits der 25 mg/l Marke Nitrat kritisch sind. Und das ist richtig. Allerdings ignoriert obige Rechnung den Verbrauch der Aquarienpflanzen. Außerdem sieht das Estimative Index Prinzip eine schrittweise Reduzierung der Düngermenge entsprechend der Gesundheit unserer Pflanzen vor. Aber dazu später mehr.

Schritt für Schritt zum gesunden Pflanzenwachstum

Vieles über den Estimative Index Ansatz habe ich bisher erklärt. Allerdings klingt das Konzept vergleichsweise einfach, weshalb ich eine einfache Anleitung in einigen simplen Schritten erklären möchte.

Der Einstieg – Woche 1 und 2

Am ersten Tag einer jeden Woche starten wir mit einem Wasserwechsel von 50 Prozent. Dieser dient dazu, überschüssige Nährstoffe abzubauen. Er ist eine Konstante, wird also über die vollständige Lebensdauer des Aquariums angewendet.

Wir starten mit der oben genannten täglichen Dosis und führen unserem Aquarium somit 4,6 mg/l Nitrat, 3,25 mg/l Kalium und 0,9 mg/l Phosphat zu. Allerdings verdoppeln wir diese Menge und verabreichen dies nur an den Tagen 1,3 und 5 einer jeden Woche.

Ebenso starten wir mit einem Milliliter Eisenvolldünger täglich. Aber auch hier verwenden wir die doppelte Dosis, also zwei Milliliter pro 40 Liter, an den Tagen 2, 4 und 6.

Der siebte Tag jeder Woche ist ein Pausentag. Er dient dazu, eine bessere Konsistenz in der Düngung zu erhalten und macht das System auf diese Weise einfacher.

In der zweiten Woche beginnt der Zyklus erneut von vorn. Die ersten beiden Wochen sollten ohne Tierbesatz erfolgen. Außerdem sind die angegebenen Dosierungen für Becken mit hoher Beleuchtung und guter CO2 Zufuhr gedacht. Deshalb sind die nächsten Schritte extrem wichtig.

Die Anpassung des Systems

In den nächsten Wochen gilt es, die richtige Dosierung zu finden. Das ist sehr einfach, was den Estimative Index Ansatz derart interessant macht. Am Anfang der dritten Woche reduzieren wir die Dosierung beider Dünger um zehn Prozent für die nächsten zwei Wochen. Alle zwei Wochen verringert sich die Dosis um weitere zehn Prozent, bis die Pflanzen die ersten Mangelerscheinungen aufweisen.

Nachdem diese Probleme aufgetreten sind, geht es einen Schritt zurück. Das heißt, die Dosis vor der letzten Reduzierung war die richtige Menge. Diese ist passend für die nächsten Monate und Jahre.

von Peter Kirwan [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Gute Dünger für den Estimative Index …

Ich kenne zwei gute Systeme für die Düngung nach dem Estimative Index. Das eine kommt von einem deutschen Hersteller: Aqua Rebell. Die andere Variante basiert auf dem TNC Complete Dünger. Beide Versionen habe ich schon angewendet, beide funktionieren bestens.

Ich möchte es kurz machen. Die folgenden Dünger sind alle gut für den Estimative Index Ansatz geeignet. Die letzen beiden Dünger sind jeweils ein NPK- und ein Eisenvolldünger. Der Erste ist eine All-in-One-Lösung. Er beinhaltet sowohl NPK- als auch Eisenvolldünger. In dreifacher Dosierunng entspricht er exakt den Estimative Index Vorgaben.

Name:TNC CompleteAqua Rebell Makro Basic Estimative IndexAqua Rebell Mikro Basic Eisenvolldünger
Beinhaltet:Mikro- und MakronährstoffeMakronährstoffeMikronährstoffe
Preis:-EUR 16,95EUR 16,95

… und deren richtige Anwendung anhand zweier Beispiele

Nachfolgend beschreibe ich beispielhaft die Vorgehensweise in beiden Varianten. Einmal mit TNC Complete und einmal mit der Kombination aus Aqua Rebell Estimative Index (AR EI) und Aqua Rebell Mikro Basic (AR Mikro). Dafür gehen wir von folgenden Dingen aus:

  • 200 Liter Aquarium.
  • Die Dosierung, welche ab der fünften Woche verwendet wird, sei die Richtige.
  • Unser Wochenzyklus startet Montags. Das kann bei euch natürlich abweichen.

Mit den beiden getrennten Komponenten, also der Aqua Rebell Formel, sähe die Düngung wie folgt aus. Am Ende hätten wir die richtige Dosis herausgefunden.

Woche 1 & 2

Wir starten beide Wochen mit einem Wasserwechsel von 50 Prozent. Montags, mittwochs und freitags düngen wir je 50 ml AR EI. Am Dienstag, Donnerstag und Samstag je 10 ml AR Mikro. Sonntags ist ein Pausentag.

Woche 3 & 4

Nachdem alle Pflanzen gut wuchsen, senken wir die Dosierungen um zehn Prozent. Statt 50 ml AR EI verwenden wir nun also 45 ml und den AR Mikro Dünger reduzieren wir von zehn auf neun Milliliter. Ansonsten bleibt alles wie gehabt. Auch in dieser Zeit treten keine Mangelerscheinungen auf.

Woche 5 & 6

Eine weitere Reduzierung um fünf Millilitern beim AR EI, respektive ein Milliliter beim AR Mikro läutet die dritte Phase ein. Da bisher keine Mangelerscheinungen ersichtlich sind, geht es weiter in Phase vier.

Woche 7 & 8

In dieser Zeit treten die ersten ernstzunehmenden Mangelerscheinungen bei 35 ml AR EI respektive 7 ml AR Miko auf. Deshalb erhöhen wir für die Zukunft wieder auf 40 ml AR EI und 8 ml AR Mikro.

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2 Gedanken zu “So wachsen Wasserpflanzen – Estimative Index”

    • Hallo Julian,

      grundsätzlich ist es mit TNC Complete sehr einfach:

      7 ml TNC Complete auf 100 Liter Wasser (was ich dann sechs mal wöchentlich düngen würde) bringen ungefähr folgendes in dein Aquarium:

      – NO3: 4,7 mg/l
      – PO4: 0,42 mg/l
      – K: 3,5 mg/l

      Die Werte sind also relativ nah an denen von Estimative Index dran. Lediglich der Phosphat-Gehalt ist deutlich niedriger. Allerdings habe ich hiermit noch keine Probleme feststellen können.

      Wenn du allerdings welche haben solltest, dann würde ich den Wechsel zu den Produkten von Aqua Rebell empfehlen.

      Beste Grüße
      Dominik

      PS: Vielen Dank für deinen Hinweiß, ich werde im Artikel noch genauer auf diesen Punkt eingehen. Da habe ich beim Schreiben wohl etwas vergessen 😉

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