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Sand, Kies oder Soil? Der richtige Aquarium Bodengrund!

Sand, Kies oder Soil? Der richtige Aquarium Bodengrund!

In diesem Beitrag möchte ich mit dir gerne das Thema Bodengrund im Aquarium besprechen. Dabei gibt es grundlegend drei unterschiedliche Alternativen: Sand, Kies oder Soil. Alle drei haben ihre eigenen Vor- und Nachteile und heute möchten wir diese im Detail besprechen. Für was du dich entscheiden solltest, wenn du für dein Aquarium Bodengrund suchst, ist nämlich sehr individuell.

Neutraler oder aktiver Bodengrund?

Als allererstes möchte ich klären, was denn genau Soil sein soll. Das ist für viele Aquarianer nämlich neu. Kies und Sand, darunter kann sich jeder etwas vorstellen. Deshalb ist jedem schnell klar, was ein neutraler Bodengrund ist. Sand und Kies (aus der Aquaristik) geben keine Stoffe an das Wasser ab und nehmen auch keine auf. Die Werte ändern sich also nicht.

Anders sieht es allerdings bei Soil aus. Dieser Bodengrund senkt sowohl die Karbonathärte als auch den PH-Wert. Allerdings nur, solange seine Kapazität nicht erschöpft ist. Außerdem kann dieser Aquarium Bodengrund auch Nährstoffe speichern. Das hat den Vorteil, dass diese den Pflanzen auch an den Wurzeln in ausreichender Menge zur Verfügung stehen.

Während Kies und Sand eine feste Struktur aufweisen, ist Soil deutlich körniger. Wer für sein Aquarium Bodengrund auf Soilbasis kauft, stellt schnell fest, dass es sich dabei um eine Form gebrannter Lehmerde handelt. Das hat Vor- und Nachteile, aber dazu kommen wir später.

Aquarium Bodengrund – Handhabung je nach Art

© Pixelot / Fotolia

Nicht nur im Bezug auf Struktur und Verhalten unterscheiden sich die verschiedenen Bodengründe für dein Aquarium. Auch die Handhabung ist ganz unterschiedlich. Ob Kies und Sand vor dem Einsatz gewaschen werden müssen, darüber kann man streiten. Ich würde es tun. Soil darf allerdings keinesfalls gewaschen werde. Zum einen würde hier die Struktur teilweise einbrechen. Außerdem waschen sich somit auch die enthaltenen Nährstoffe aus und die Pufferkapazität wird schneller erschöpft.

Die Vor- und Nachteile der verschiedenen Bodengründe

Wo Licht ist, ist auch Schatten. Dieses alte Sprichwort trifft es auch sehr gut, wenn du für dein Aquarium Bodengrund aussuchst. Der hohe Preis von Soil macht dieses weder zum Wundermittel noch zur Geldverschwendung. Ebenso sind Sand und Kies weder Geheimtipps für Sparfüchse noch billiger Schrott. Die Wahrheit ist: Alle drei Varianten haben ihre ganz eigene Daseinsberechtigung. Deshalb klären wir in den nächsten Abschnitten, welche Variante wann geeignet ist.

Der günstige Klassiker: Sand im Aquarium

By Siim Sepp (Own work) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Als erstes möchte ich auf die wohl bekannteste Variante eingehen. Als mein Vater vor über 40 Jahren für sein erstes Aquarium Bodengrund suchte, gab es wenig. Und schnell war klar, es soll Sand werden. Du siehst also: Dieser Bodengrund ist wirklich ein Klassiker!

Und es hat viele Jahrzehnte bestens funktioniert. Ich selbst hatte früher ein 330-Liter-Becken mit sehr günstigem Sand als Basis. Und Probleme hatte ich keine. Sofern du einige Dinge beachtest (später dazu mehr) ist Sand wirklich eine solide Möglichkeit. Aber natürlich möchte ich trotzdem die Vor- und Nachteile von Sand ganz klar mit dir besprechen.

Vorteile

  • Sehr niedriger Kaufpreis: Klassischer Aquariensand kostet bei entsprechender Abnahmemenge weniger als einen Euro pro Kilogramm. Noch günstiger ist beispielsweise Poolfiltersand.
  • Bodenwühlende Fische lieben Sand. Unterschiedliche Buntbarsche, Panzerwelse und ähnliche Tiere durchwühlen den Bodengrund. Scharfer Kies ist hierbei eher ein Problem, gerundeter Sand allerdings ideal.
  • Mulm sinkt nicht ab. Vorallem im Vergleich zum Kies, ist Sand hier deutlich überlegen. Hier kommt Schmutz nur sehr schwer in die unteren Schichten.

Nachteile

  • Sand ist ein Algenmagnet. Kiesel- und Grünalgen haften gerne an Sand und lassen sich dann nur durch teilweise Erneuerung des Bodengrundes entfernen.
  • Sand kann faulen! Bodenwühlende Fische und Turmdeckelschnecken sind hier eine gute Vorbeugung, erledigen aber nicht alles. Außerdem wurzeln sie teilweise Pflanzen aus.
  • Sand speichert keine Nährstoffe. Klar, das ist nur für wirklich stark bepflanzte Aquarien oder dementsprechende Wurzelzehrer relevant. Aber trotzdem möchte ich es an dieser Stelle erwähnen.

Kies ist der neue Standard

Seit ungefähr zehn Jahren löst Kies den Sand zunehmend ab. Gerade wegen der Probleme mit faulenden Stellen empfehlen mehr und mehr Aquarianer und Händler Kies. Das gilt vor allem dann, wenn keine wühlenden Tiere gehalten werden. Und auch ich teile diese Einstellung. Aber was genau sind die Vorteile, wenn du für dein Aquarium Bodengrund dieser Art wählst?

Vorteile

  • Ebenfalls relativ günstig: Kies wird nicht so flächendeckend verwendet wie Sand. Deshalb ist er minimal teurer. Aber auch hier finden sich gute Angebote für unter einen Euro das Kilogramm. Aber auch hier findest du günstige Alternativen im Baumarkt, beispielsweise Basaltsplitt.
  • Pflanzen wurzeln sehr gut in Kies. Der Boden lässt sich deutlich einfacher durchdringen, da er bei weitem nicht so stark verdichtet wie Sand. Viele Aquarienpflanzen profitieren davon mindestens ein bisschen.
  • Kies wird durchflutet und somit werden Faulstellen effektiv vermieden. Außerdem wird Kies besser von Wurzeln durchdrungen, wodurch dieser Effekt zusätzlich positiv verstärkt wird.

Nachteile

  • Wie Sand kann auch Kies kann keine Nährstoffe speichern. Die Auswirkungen für Aquascaper sind dieselben, ein Soil ist hier die bessere Wahl.
  • Bodenwühlende Fische fühlen sich bei Kies definitiv nicht wohl. Günstige Sorten sind außerdem scharfkantig und entsprechend für derartige Fische nicht geeignet!

Soil – der neue Trend aus Asien

Was genau Soil ist, darüber haben wir uns bereits unterhalten. Jetzt geht es allerdings ans eingemachte. Was sind denn nun genau die Vor- und Nachteile, wenn du für dein Aquarium Bodengrund dieser Art wählst? Ich möchte hier nur auf die wichtigsten Bestandteile eingehen, die Diskussion um Soil lässt sich sehr breit besprechen. Dabei treten unterschiedlichste Meinungen gegeneinander an. Ich persönlich finde Soil super, aber auch etwas überschätzt.

Vorteile

  • Deutlich besseres Pflanzenwachstum ist der größte Vorteil von Soil. Als ich normalen Kies oder Sand verwendete, konnte ich mir das nicht vorstellen. Aber es stimmt, wenn alle Parameter stimmen, dann wachsen die Pflanzen nochmal deutlich besser!
  • Die poröse Struktur ermöglicht das Ansiedeln positiver Bakterienkulturen im Bodengrund. Dadurch wird der Filter entlastet und es baut sich ein Puffer für Reinigungen und ähnliches auf.
  • Aquarien Soil speichert Nährstoffe. Diese stehen den Pflanzen dann direkt am Bodengrund zur Verfügung. Vor allem in Kombination mit einer guten Flüssigdüngung entsteht so ein rundes Paket.
  • Weiches und leicht saures Wasser ist für viele Schwer zu erreichen. Dieser Bodengrund senkt allerdings die Karbonathärte und puffert den PH-Wert. So sind beispielsweise südamerikanische Weichwasserfische einfach haltbar.

Nachteile

  • Soil ist abartig teuer! Während Kies und Sand bereits unter einem Euro pro Kilo erhältlich sind (meist weniger als 1,50 € pro Liter) kostet Soil ungefähr 3,50 € pro Liter. Das ist ein deutlicher Aufpreis. Noch drastischer wird es, wenn wir das Soil gegen beispielsweise Poolfiltersand antreten lassen. Hier kostet Soil ungefähr das zehnfache.
  • Die Effekte verschwinden mit der Zeit. Gerade die Senkung der Härte und die Pufferung des PH-Wertes werden zunehmend weniger. Wer sehr hartes Wasser verwendet, hat sogar nur sehr kurz etwas von diesem Effekt (wenige Monate).
  • Dieser Bodengrund ist nicht für alle Tiere geeignet. Auch wenn wir gerade im englischsprachigen Bereich häufig Guppys und andere Hartwasserfische in Soil-Becken sehen, sollten wir das nicht nachahmen. Diese Tiere bevorzugen alkalische PH-Werte (7,0 und höher) und eine vorhandene Härte (meist mindestens 3-5 °dKH oder mehr). Wer also derartige Tiere halten möchte, greift lieber zu anderen Alternativen!
  • Viele Soils sind stark vorgedüngt und provozieren so Algen. In erfahrenen Händen ist das kein Problem. Gerade Einsteiger beschweren sich allerdings häufig über gewaltige Probleme in der Einfahrphase.

Abschließende Worte – welcher ist der beste Bodengrund?

Diese Frage kann nicht pauschal beantwortet werden. Warum? Da ich Aquascaper bin, setze ich zu 90% auf Soil. Sand ist höchstens dekorativ im Einsatz. Allerdings stelle ich auch die entsprechenden Begebenheiten bereit. Wer dagegen einfach nur sein Becken einrichten möchte sollte sich vieles überlegen. Für einfache Pflanzen ohne CO2-Anlage oder empfindliche Weichwasserfische ist Soil einfach nur viel zu teuer. Hier reichen Sand und Kies völlig aus.

Grundlegend kann dir folgendes Diagramm helfen:

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