Düngung nach Dennis Wong

Düngung nach Dennis Wong

In den letzten Jahren habe ich unterschiedliche Düngemethoden getestet. Heute möchte ich euch meine neueste Variante vorstellen, die mir persönlich viel gebracht hat. Dabei handelt es sich um die Düngemethode nach Dennis Wong. Diese stellt er selbst auf seiner Website vor. Warum mir das Ganze gut gefällt und wie ich die Methodik an meine Situation angepasst habe, dass erfährst du in diesem Beitrag.

Das wichtigste in Kürze:

Diese Düngemethode ist ganz klar für Aquarien mit Aquasoil als Bodengrund ausgelegt. Angestrebt werden folgende Werte als wöchentliche Dosierung:

  • 4 – 12 mg/l Nitrat
  • 2,5 – 8 mg/l Phosphat
  • 12 – 25 mg/l Kalium (ich verwende weniger!)
  • 0,1 – 0,6 mg/l Eisen

Die genaue Dosierung orientiert sich an der Dichte der Bepflanzung. Iwagumis und vergleichbares richten sich an den niederen Werten aus. Stark bepflanzte Aquarien demgegenüber an den Höheren. Durch regelmäßiges Testen wird dann das Optimum gefunden.

Außerdem schlägt Dennis Wong wöchentliche Wasserwechsel von 30 bis 50 Prozent vor. Das ist gerade für die Kontrolle von Algen besonders wichtig.

Was macht diese Düngemethode besonders?

Wenn ich bisher über Nährstoffe für Pflanzen sprach, dann behandelte ich einfache Themen. So beispielsweise PPS Pro oder Estimative Index. Beide Varianten bestechen durch ein einfach zu befolgendes Rezept, dass leicht umgesetzt werden kann. Dennis Wong geht einen anderen Weg. Dafür ist seine Methodik viel individueller auf dein Aquarium einstellbar. Wir möchten an dieser Stelle einmal PPS Pro, Estimative Index und Dennis Wong gegenüberstellen:

Wöchentliche Zugabe von:Estimative IndexDennis WongPPS Pro
Nitrat32,2 mg/l4-12 mg/l7 mg/l
Phosphat6,3 mg/l2,5-8 mg/l0,7 mg/l
Kalium22,8 mg/l12-25 mg/l9,3 mg/l
Eisen3,5 mg/l0,1-0,6 mg/l0,35 mg/l

Eines zeigt sich ganz klar: Diese Methodik reduziert die Nitrat zugabe deutlich und gibt dafür große Mengen an Phosphat ins Aquarium. In Becken mit Soilbodengrund ist das auch sinnvoll! Allerdings halte ich diese Methode auch nur hier für empfehlenswert.

Vorteile dieses Düngekonzeptes

Wer sich an diesem Ansatz orientiert, den erwarten einige Vorteile. Als Erstes sei die finanzielle Ersparnis genannt. Denn wer weniger Nährstoffe ins Aquarium gibt, der muss auch weniger bezahlen. Das ist relativ offensichtlich. Allerdings sprechen wir hier von höchstens fünf bis zehn Euro monatlich, ein horrender Betrag sieht also anders aus.

Allerdings ist auch die verminderte Algengefahr erwähnenswert. Da das Düngekonzept weder einen Überfluss noch eine Unterversorgung erzeugt, sinkt das Risiko Algen zu bekommen drastisch. Das war auch der Grund, welcher mich überzeugte.

Ein weiterer Aspekt ist die große Individualität. Jedes Aquarium wird ganz eigen eingestellt. Zum Beispiel verwende ich für mein 128-Liter-Aquarium mit spärlicher Bepflanzung recht wenig Nitrat (später dazu mehr). Im stark bepflanzten 54-Liter-Becken sieht das anders aus.

Wo Licht ist, gibt es Schatten – die Nachteile

Eines muss ganz klar gesagt sein: Diese Methode ist nicht für Einsteiger geeignet! Sie erfordert regelmäßiges Testen und eine geeignete Reaktion auf eventuelle Probleme. Denn nur so können die Wasserwerte langfristig im Zaum gehalten werden.

Dennis Wong gibt außerdem keine Zielbereiche an und das bei einer derart flexiblen Methodik. Dementsprechend muss jeder für jedes Aquarium eigene Ziele definieren. Auf meine gehe ich später ein.

Abschließend sei noch der zeitliche Aufwand genannt. Während Estimative Index und PPS Pro sehr einfach umzusetzen sind (teilweise mit einer einzigen Flasche), verwende ich für die Methode von Dennis Wong drei verschiedene Flaschen mit Dünger. Das musst du natürlich wollen.

Mein Experiment mit zwei Aquarien

Ich begann Anfang August 2018 mit der Düngung nach dieser Methode. Um eine etwas bessere Vergleichbarkeit zu gewährleisten, habe ich direkt zwei Aquarien als Versuchsobjekte herangenommen. Und beide könnten nicht unterschiedlicher sein.

Mein 54-Liter-Becken ist sehr dicht bepflanzt. Dort sind offensichtlich viele Nährstoffe erforderlich. Demgegenüber ist mein 128-Liter-Aquarium eher spärlich besetzt. Das führt auch dazu, dass hier das Risiko für Algen deutlich höher ist. Und genau das war auch der initiale Auslöser für diese Methode. Nach einer Algenplage wollte ich etwas verändern.

Dabei strebe ich für beide Aquarien den gleichen Zielbereich für die Wasserwerte an:

  • Nitrat: 5 – 10 mg/l
  • Phosphat: 0,5 – 1,0 mg/l
  • Kalium: 10 – 15 mg/l
  • Eisen: 0,1 – 0,25 mg/l

Solange ich mich in diesen Bereichen bewege, dürften Algen wenig Chancen haben, Pflanzen aber nicht verhungern.

Meine Dosierungen

Die ersten vier wochen begann ich dann mit 8 mg/l NO3, 2,5 mg/l PO4, 20 mg/l K und 0,12 mg/l FE pro Woche. Und das in beiden Becken. Offensichtlich passte das nicht, denn beide Aquarien sind sehr verschieden. Nach der vierwöchigen Phase hatte ich folgende Werte in meinen Aquarien:

Green Wood
(54 Liter)
Viele Pflanzen
Cave in the Hill
(128 Liter)
Wenige Pflanzen
Zielbereich
Nitrat
0 mg/l
20 mg/l
5 - 10 mg/l
Phosphat
0,6 mg/l
0,9 mg/l
0,5 - 2,0 mg/l
Kalium
30+ mg/l
30+ mg/l
5 - 15 mg/l
Eisen
0,1 mg/l
0,25 mg/l
0,1 - 0,25 mg/l

Keines der beiden Becken stand besonders gut dar und deshalb habe ich meine Werte deutlich angepasst: auf 5,7 mg/l NO3 pro Woche im großen Becken und 10,7 mg/l NO3 pro Woche im Kleinen. Außerdem habe ich das Kalium in beiden Aquarien halbiert, auf 10 mg/l pro Woche. Seitdem läuft es gut. Ich bin im von mir gewünschten Bereich, das kleine Becken lässt keine Algen zu und im Großen reduzieren sie sich langsam aber sicher.

Meine Vereinfachung des Systems

Was mich an der Düngung von Dennis Wong etwas stört, ist die detaillierte Einstellung der Werte. Für 10,7 mg/l NO3 pro Woche in meinem 54 Liter Aquarium (ca. 45 Liter netto) benötige ich 7,18 ml TNC Complete. Das entspricht täglich 1,027 ml. Ganz ehrlich: Das abzumessen ist schlicht nicht möglich.

Was ich aber machen kann, ist mir etwas größere Mengen genau abzumessen. Deshalb mische ich meine vorhandenen Dünger mit Osmosewasser. Das Ziel der Aktion ist eine möglichst gleichmäßige Düngung. Das funktioniert aufgrund der hohen Flexiblität des Systems natürlich nicht. Aber es ist deutlich besser, als jeden morgen kleinste Mengen mit Spritzen abzumessen.

Meine Mischung hat folgende Zielwerte als Düngerzufuhr pro Woche: 8 mg/l NO3, 2,5 mg/l PO4 und 15 mg/l K. Als Ausgangslösung habe ich aktuell folgende Mischungen (ausgelegt für drei Wochen und beide Becken — Nettovolumen: 45 + 105 Liter):

TNC CompleteAqua Rebell Spezial KEasy Life Fosfo
Dünger53,736,3160,6
Wasser198,3215,791,4
Gesamtmenge252252252

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Warum ist das einfacher?

Ganz einfach: Vielleicht ist dir aufgefallen, dass alle Mischungen genau 252 Milliliter ergeben. Das hat durchaus einen Sinn. Sie sind derart ausgelegt, dass ich pro 15 Liter Nettovolumen einen Pumphub hinzugeben muss. Demnach brauche ich täglich zehn Pumpstöße, was zwölf Milliliter entspricht. In drei Wochen, also 21 Tagen, sind das dann genau 252 Milliliter.

Aber leider geht das nicht ganz auf. Wie oben bereits beschrieben, musste ich in beiden Becken sowohl die Kalium, als auch die Nitratdosierung anpassen. Kalium war kein Problem, da es in beiden Becken gleichermaßen zu viel war. Beim Nitrat sieht es allerdings anders aus.

Deshalb gebe ich aktuell nur noch fünf Pumphiebe der TNC-Complete-Mischung in mein großes Becken und vier in das Kleine. Das ist zwar etwas umständlich, da ich jeden Morgen darauf achten muss, welche Flasche ich anwende. Eine Dosierung mit Spritzen wäre allerdings immer noch schlimmer.

Mein bisheriges Fazit

Inzwischen nutze ich das System schon eine Weile. Zwar kann ich noch kein abschließendes Urteil abgeben, einen ersten Eindruck allerdings schon. Grundsätzlich möchte ich hier vier verschiedene Faktoren ansprechen:

  1. Ich habe meine Wasserwechsel drastisch reduziert. Aktuell bin ich bei 30 Prozent pro Woche. Langfristig sind 50 Prozent alle zwei Wochen angedacht. Und bisher geht das ganz gut auf. Die Werte explodieren nicht, was mir sehr gefällt.
  2. Die Algen wachsen deutlich langsamer und das freut mich sehr. Zwar sind sie nicht in Gänze besiegt, allerdings überdecken sie mein Aquarium nicht in rasender Geschwindigkeit. Vorallem der Zustand des großen Beckens verbessert sich so kontinuierlich.
  3. Die verminderte Nährstoffzufuhr führt ganz klar zu einem langsameren Pflanzenwachstum. Das kann ich vor allem im kleinen Beobachten. Ob dieses durch die erhöhte Nitratmenge wieder zunimmt, das kann ich aktuell noch nicht bewerten.
  4. Weniger Dünger und kleinere Wasserwechsel haben einen schönen Nebeneffekt: Ich spare viel Geld! Aber auf genau diesen Punkt möchte ich noch im nächsten Abschnitt eingehen.

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