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Das alte Aquarium

Aquascaping – High- vs. Low-Tech – mehr als eine Preisfrage

Beleuchtung, CO2-Anlage, perfekte Düngung und teurer Bodengrund. “Was brauche ich davon wirklich” ist eine Frage, die gerade von Einsteigern häufig gestellt wird. Auf dieser Seite möchte ich dazu Stellung nehmen und auf die verschiedenen Vor- und Nachteile eingehen. Aber zunächst: Was bedeuten High- und Low-Tech?

Das High-Tech Aquascape

Der Begriff High-Tech kommt aus dem englischen Sprachraum. Er beschreibt Aquarien, die mit großem technischen Aufwand betrieben werden. Folgende Punkte werden benötigt:

  1. Viel Licht für schnelles Wachstum und anspruchsvolle Pflanzen. 0,7 Watt, respektive 40 Lumen, pro Liter und mehr sind üblich.
  2. Großzügige CO2-Versorgung für eine optimale Entwicklung des Scapes. Profis streben 20 – 30 mg/l an.
  3. Ein hochwertiger Bodengrund zur Unterstützung der Nährstoffversorgung über die Wurzeln. Der Klassiker ist Aquarien Soil.
  4. Ausgiebige Düngung zur Versorgung der Pflanzen über die Wassersäule. Dabei sind die Makro- und Mirkonährstoffe wichtig.

James Findley ist meiner Meinung nach einer der besten Scaper der Welt. Das folgende Video zeigt, wie er ein imposantes High-Tech Becken aufbaut. Der Channel The Green Machine ist sehr inspirierend.

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Dieses Becken gefällt mir persönlich sehr gut. Natürlich sind die Geschmäcker verschieden. James Findley hat unterschiedlichste Becken gestaltet und auf YouTube präsentiert. Lasse dich inspirieren!

Die Vorteile hohen technischen Aufwands

Ein leistungsstarkes Set-Up ist die Grundlage atemberaubender Aquascapes. Anspruchsvolle Pflanzen erfordern die oben genannten Maßnahmen. Außerdem entwickeln sich solche Becken vergleichsweise schnell. Aus diesen Gründen bevorzugen viele den High-Tech Ansatz. Außerdem zeigen sich hier die spannendsten Seiten des Hobbys. Die Biologie der Pflanzen ist interessant. Düngekonzepte faszinieren tagelang und die Auswahl an Pflanzen ist unglaublich.

Schattensteiten dieses Ansatzes

Auf der anderen Seite kostet die benötigte Technik viel Geld. Zudem warten einige Fallstricke. Algen aufgrund falscher Düngung ist nur ein Beispiel. Selbst wenn alles glatt läuft, ist der Wartungsaufwand nicht zu unterschätzen. Tägliche Düngung, wöchentliche Wasserwechsel und regelmäßiges Trimmen liegen nicht jedem Hobbyisten.

 

Der Low-Tech Ansatz

Hierbei wird versucht, schöne Ergebnisse unter möglichst geringem Einsatz zu erzielen. Pflanzen mit niedrigen Ansprüchen finden in spärlich gedüngten Becken platz. Low-Tech Aquascaping ist ganz klar eine Nische innerhalb dieses Hobbys und dennoch einen Blick wert. Es beschreibt die folgenden Eckpunkte:

  1. AnspruchslosePflanzen mit meist langsamem Wachstum (siehe unten).
  2. Wenig bis keine Düngung und CO2-Zufuhr. Das ist von den zu pflegenden Pflanzen und der Besatzdichte abhängig.
  3. Günstiger Bodengrund, ausreichend für weitere Einsparungen. Einfacher Kies oder Sand sind völlig ausreichend.
  4. Niedrige Beleuchtungsstärke durch einfache Pflanzen möglich. Beleuchtungen mit 0,3 Watt, beziehungsweise 20 Lumen, pro Liter sind ausreichend.

Dieses Video zeigt die Gestaltung eines schönes Low-Tech Aquascapes. Dave von ADU Aquascaping zeigt verständlich und übersichtlich, wie ein solches Becken eingerichtet werden kann.

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Ich kann seinen Kanal sehr empfehlen. In vielen Belangen vertritt Dave eine andere Ansicht als ich. Das ist für dich sehr gut, so kannst du verschiedene Meinungen einholen.

 

Low-Tech bietet viele Vortele…

Technisch eher spärlich ausgestattete Becken sind einfach zu pflegen. Die Pflanzen wachsen langsam, gedüngt wird in der Regel wöchentlich. Übermäßige Kummulation der Nährstoffe wird automatisch vermieden, Wasserwechsel sind im zweiwöchentlichen Takt ausreichend. Die Einstiegskosten halten sich in Grenzen und vieles kann selbst gebaut werden. Diese Becken verzeihen dem Scaper kleine Fehler deutlich öfter und können dennoch atemberaubende Ergebnisse hervorbringen.

… und einen gravierenden Nachteil

Die Auswahl an Pflanzen ist sehr beschränkt. Im großen und ganzen gibt es nur fünf Arten für solche Systeme:

  1. Moose wachsen nahezu unter allen Bedingungen. Sie bereichern Steine und Wurzeln und mit etwas Geschick auch den Bodengrund.
  2. Cryptocoryne Arten sind besonders einfach zu Pflegen und benötigen wenig Licht.
  3. Vallisnerien sind schöne Hintergrundpflanzen und bieten außerdem einen besonderen Charme.
  4. Annubien und Farne sind reine Aufsitzerpflanzen. Sie werden nicht eingegraben, sind allerdings sehr genügsam.

All diese Arten wachsen sehr langsam. Ein solches Becken benötigt lange, um zu vollem Glanz zu kommen. Einige Stängelpflanzen lassen sich zwar auch halten, sie treffen aber selten den Geschmack von Aquascapern.

 

Eine Frage des Typs und der Ansprüche

Eins ist klar: Beide Ansätze haben Vor- und Nachteile. Welcher gewählt wird, ist dabei eine Frage des Geschmacks. Beide Varianten bieten gute Ergebnisse. Ich persönlich tendiere zu einer Mischform. Dabei halte ich mich stets an ungefähr folgende Richtwerte:

  1. Eine Beleuchtung mit 30 bis 40 Lumen je Liter sind Ausreichend für die meisten Pflanzen. Ich beleuchte ausschließlich mit LEDs. Sie verbrauchen weniger Strom. Außerdem müssen keine Röhren getauscht werden.
  2. Gute CO2-Versorgung ist für mich der Grundstein jedes Aquascapes. Sie hält Algen in Schach und verspricht ein besseres Wachstum der Pflanzen.
  3. Als Bodengrund verwende ich in der Regel solche, die Nährstoffe speichern können. Sie sind deutlich besser als normaler Kies, hochwertigem Soil jedoch unterlegen. Ich bevorzuge hier JBL Manado, auch wenn es in der Handhabung etwas komplexer ist.
  4. Meine Pflanzenwahl beschränkt sich immer auf solche, die auch unter mittelmäßigen Bedingungen gut wachsen. Gegenüber strikten Low-Tech Squapes kann ich jedoch Pflanzen wie Rotalas und anspruchslose Bodendecker halten.
  5. Ausführliche Düngung. Dabei halte ich mich stets an das Estimative Index System. Es basiert auf der Arbeit von Tom Barr, einem erstklassigen Scaper.

Ich beschränke mich dadurch zwar geringfügig in der Pflanzenwahl, kann jedoch auf viele Vorteile beider Systeme zugreifen. Für was du dich entscheidest, ist völlig dir überlassen. Beide Systeme und sämtliche Bereiche dazwischen haben eigene Vor- und Nachteile. Welche Erfahrungen hast du mit unterschiedlichen Set-Ups gesammelt? Lass es mich gerne wissen und schreib mir eine E-Mail an kontakt@aquarien-tipps.de.

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